Warum wir Neujahrsvorsätze brechen

Ein neues Jahr ist eingebrochen – Zeit für gute Neujahrsvorsätze! Du bist voller Elan und ganz und gar überzeugt davon, dass du dieses Jahr erfolgreicher, schöner, gesünder sein wirst. Wir möchten dich an dieser Stelle ganz kurz stoppen und nachfragen…

…wie haben sich deine Neujahrsvorsätze für das letzte Jahr wirklich entwickelt?

Bist du wirklich einen Marathon gelaufen, hast eine Fremdsprache gelernt oder zwei Bücher pro Woche gelesen?

Wenn du wirklich deine Vorsätze erreicht hast, dann gratulieren wir dir von Herzen. Sei stolz auf deine Leistung! Du bist einzigartig! Die Wissenschaft zeigt nämlich, dass die Wahrscheinlichkeit, die Neujahrsvorsätze wirklich einzuhalten, gerade einmal um die 12% liegt. Wir wissen schon, dass sich diese Statistik wirklich depressiv anhört. Also, solltest du im Lichte dessen deine Ziele aufgeben, deine Träume zerstören und aufhören, besser sein zu wollen? Nein, jetzt noch nicht! Bevor du all dies tust solltest du nämlich wissen, was die Wissenschaft über das Brechen von Neujahrsvorsätzen zu sagen hat.

 

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Was ist Willenskraft?

Bis vor kurzem besagte die Theorie der Psychologen, dass Willenskraft ein begrenztes Gut ist und genauso wie eine Batterie aufgebraucht werden kann. Sobald es aufgebraucht ist, benötigt es einige Zeit um sich wieder „aufladen zu können“ und wieder funktionstüchtig zu sein. In 2016 wurde diese Theorie jedoch widerlegt.

Müdigkeit mag zwar in manchen Fällen die Willenskraft einer Person beeinflussen, es gibt jedoch keinen verlässlichen Beweis der zeigt, dass die Willenskraft tatsächlich unabhängig von dem Energielevel ist und als separate Ressource fungiert. Die Behauptung das Willenskraft eine limitierte Ressource sei, ist im Übrigen eine selbsterfüllende Prophezeiung. Katharina Bernecker von der Universität in Zürich hat herausgefunden, dass jene Menschen die Willenskraft als eine unerschöpfliche Ressource sehen, bessere schulische Leistungen erbringen, Aufgaben nicht vor sich hinschieben und mit einer kleineren Wahrscheinlichkeit Opfer von schlechten Gewohnheiten werden. Diese Leute scheinen auch glücklicher zu sein – was nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, wie einfach sie Erfolge feiern.

Wenn also Willenskraft keine Ressource ist, was ist sie dann? Kann Willenskraft eine Emotion sein? Wir machen uns keine Sorgen, dass wir keine Gefühle haben werden. Wir erwarten auch nicht von uns selbst, dass wir in traurigen Situationen glücklich sind, oder dass wir jemanden lieben, der nicht der Richtige für uns ist. Und doch erwarten wir von uns selbst, dass wir zu jederzeit, unabhängig von der Situation, Willenskraft zeigen können. Wie wäre es also wenn wir Willenskraft als Emotion sehen würden. Was wäre wenn wir uns anstelle dazu zu zwingen, um jeden Preis unsere Vorsätze zu erreichen, uns darum bemühen würden, die Konditionen aufzubauen, mit denen wir unsere Vorsätze leichter erreichen können?

 

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Was hält dich zurück?

Nein, das ist keine rhetorische Frage. Die Antwort lautet „nichts wesentliche“! Ganz gleich welchen Vorsatz du dir für das neue Jahr ausgesucht hast, du hättest ihn schon erfüllt, wenn etwas nicht im Weg stehen würde. Wenn sich dieses Hindernis nicht in dir selbst befindet und auch nicht an deiner Willenskraft liegt, wo befindet es sich dann? Die Antwort: oft liegt es an anderen Faktoren.

Sagen wir, dass du dir vorgenommen hast jeden Tag in der Früh 30 Minuten Yoga zu machen. Du bringst dich jedoch nicht dazu früh genug aufzustehen und bleibst so lange im Bett, bis keine Zeit mehr für Yoga übrig bleibt. Wieso fällt dir das Aufstehen in der Früh so schwer?

Wenn du ein wenig nachdenkst, ist es absolut verständlich. Du bist müde. Wenn du genügend Schlaf bekommen würdest, dann wäre es für dich nicht anstrengender um 6:30 aufzustehen als es um 7:00 ist. Solange dein Körper jedoch darum kämpft genügend Schlaf zu bekommen, wird dein Neujahrsvorsatz immer schwieriger und schwieriger einzuhalten sein, bis du schlussendlich ganz aufgibst. Zugegeben, in solchen Fällen ist es sogar besser, wenn du deinen Neujahrsvorsatz nicht einhältst. Die negativen Auswirkungen von Müdigkeit können nämlich die Vorteile, die du aus Yoga ziehen würdest, überwiegen.

Also bevor du wirklich (in dem Fall) mit Yoga in der Früh anfangen kannst, musst du deine Abende umstellen. Wie wäre es wenn du jeden Tag 30 Minuten früher schlafen gehen würdest? Du könntest dir einen Alarm stellen, der dich daran erinnert, dass es Zeit ist schlafen zu gehen. Das frühere Schlafengehen bedeutet jedoch, dass du wahrscheinlich auf etwas Anderes verzichten musst. Vielleicht wirst du mit der Umstellung deines Schlafrhythmus keine Zeit mehr haben, um abends zu lesen oder deine Freunde zu treffen? Sobald du begreifst, was genau die Erfüllung deines Neujahrsvorsatzes beinhaltet, kannst du auch wirklich verstehen, wie viel er dir bedeutet und wert ist.

Eine andere Lösung für dieses Problem ist Folgendes: Verschiebe deine Yoga-Übungen auf eine andere Tageszeit, wenn du ein Morgenmuffel bist. Vergiss nicht, Wege zu finden, die dir dabei helfen, deine Neujahrsvorsätze leichter einhalten zu können. So könntest du zum Beispiel Yoga in deiner Mittagspause machen oder einen Kurs am Abend nach der Arbeit besuchen.

 

Yoga

 

Die Macht der Gewohnheiten

Neujahrsvorsätze wie: „Dieses Jahr werde ich fitter“ oder „dieses Jahr schreibe ich ein Buch“ werden nicht eingehalten, da sie zu unpräzise sind. Es gibt keinen genauen Plan, der dabei hilft, dieses spezifische Ziel zu erreichen. Mit solchen ungenauen Zielen findest du dich schnell gefangen in einem Zyklus geprägt von Schuldgefühlen, Erschöpfung und Unsicherheit. Du wirst also nie wirklich mit der Umsetzung deiner Vorsätze anfangen können, oder dich überanstrengen und erst recht aufgeben.

Was wäre jedoch, wenn die Einhaltung deiner Vorsätze so einfach wie Zähneputzen wäre?

Wendy Wood, Professorin an der Universität von Southern California behauptet, dass ungefähr 43% aller Tätigkeiten die wir pro Tag machen gewohnheitsbedingt sind und ganz einfach, ohne nachzudenken ausgeführt werden. Gewohnheiten sind schwer zu brechen. Dies wissen Menschen mit Vorsätzen wie „aufhören zu rauchen“, „abnehmen“ „gesünder essen“ etc. nur allzu gut. Wenn du jedoch hinkriegen kannst, dass deine Gewohnheiten deine Vorsätze unterstützen und nicht gegen dich kämpfen, kannst du deine Ziele fast mühelos erreichen.

Sehr oft neigen wir dazu, das positive Verhalten durch kleine Belohnungen ansprechender zu machen. Ein schönes Schaumbad oder eine beruhigende Tasse Tee sind nur einige der kleinen alltäglichen Belohnungen. Autor Stephen Guise findet jedoch, dass diese Einstellung die falsche sei, wenn es um das Erreichen der Neujahrsvorsätze geht. Durch diese Belohnungen hast du das Gefühl, dass diese Handlungen sich nur dann auszahlen, wenn sie in einer Belohnung enden. Dieser Fokus auf die Belohnung lässt dich alle intrinsischen positiven Aspekte dieser Handlung oder Gewohnheit in Vergessenheit geraten. Außerdem gibt es dir die Möglichkeit diese Gewohnheit fallen zu lassen, wenn du gerade keine Lust auf eine Belohnung haben solltest. „Dieses Konzept macht die Belohnung zu einem Werkzeug und das Verhalten zu einem Mittel zum Zweck“, sagt Guise. Beide verlieren somit an Wert. Auch die Forschung unterstützt diese Sichtweise. Die Studie die von Mark R. Lepper und David Greene (Stanford und University of Michigan) ausgeführt wurde zeigte, dass Kinder denen eine Belohnung für ihre Zeichnung versprochen wurde, weniger Zeit mit dem Zeichnen verbracht haben, als jene Kinder die keine Belohnung erwartet haben.

 

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Dieses Konzept hindert dich massiv daran, deinen Neujahrsvorsatz zu erreichen. Warum fragst du dich? Einerseits hast du ständig diesen Druck, dass du noch zum Beispiel 10 Seiten schreiben musst oder 30 Liegestützen machst, bist du dich endlich belohnen kannst. Dadurch erscheint dieser Neujahrsvorsatz mühsamer als er eigentlich wäre. Außerdem musst du dir ständig neue Sachen ausdenken, die als Belohnung für dich fungieren können.

Also welche Methoden gibt es außer Belohnungen, die dir dabei helfen können, deine Vorsätze zu erreichen. Laut Guise ist der erste Schritt zur erfolgreichen Erfüllung deiner Neujahrsvorsätze ein kleiner Erfolg. Nimm dir zuerst wirklich kleine Schritte vor. Zum Beispiel, wenn es dein Vorsatz dieses Jahr ist mehr Sport zu betreiben könntest du dir zum Ziel setzten ein Liegestütz pro Tag zu machen. Natürlich mag das am Anfang etwas skurril klingen. Ein Liegestütz pro Tag ist ja wirklich nicht viel. Dieser kleiner kaum merkbare Schritt ist jedoch der, der dich in die richtige Richtung leiten wird. Wenn man klein anfängt, wird man in den meisten Fällen die Leistung mit der Zeit steigern. Dieser leichte Anfang, gaukelt deinem Gehirn vor, dass es einfach wäre dieses von dir festgesetzte Ziel zu erreichen. Und anstelle von Belohnungen, wird die Realisierung, dass du dein Ziel erreicht hast dich dazu anspornen immer größere Schritte zu machen, bis du schlussendlich gar nicht mehr darüber nachdenkst und es zu einer Gewohnheit wird. Sobald dein Neujahresvorsatz zu deiner Gewohnheit wird, wirst du keine Probleme mehr damit haben diesen zu verwirklichen.

Wir wünschen dir auf jeden Fall viel Erfolg bei der Umsetzung deiner Vorsätze, und werden selbst versuchen, nicht in die gleichen Fallen zu tappen.

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